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1. Wissens- und Erfahrungsräume

Was wir über Wein wissen, ist sozial und kulturell produziert. Eine Kulturanalyse von Weinphänomenen kann Erkenntnisse über Wissensordnungen und anerkannte „Wahrheiten“ generieren. Quelle: Pixabay

Die Fachlogiken der Kulturanthropologie

Als eine empirische Kulturwissenschaft untersucht die Volkskunde/Kulturanthropologie alltagskulturelle Phänomene und Praxen in ihren historischen und sozialen Dimensionen. Sie analysiert die historische Entwicklung von gegenwärtigen Gesellschaften und richtet dabei ihren Blick auf soziale und kulturelle Prozesse des alltäglichem Lebens.

Im Zentrum steht somit der Begriff der Kultur als die stetige Aushandlung der Regelwerke, die den Umgang von Individuen und sozialen Gruppen miteinander organisieren. Gefragt wird nach der kulturellen Logik von Vorstellungen und Deutungen, Praktiken und Lebensentwürfen. Die Analyse des Alltags soll dazu beitragen, soziale und kulturelle Unterschiede als Folge von bzw. im Kontext von gesellschaftlichen Wandelprozessen zu verstehen. Neben einführenden Pflichtveranstaltungen bietet das Hamburger Institut für Kulturanthropologie die drei Themenschwerpunkte Soziale und Kulturelle Räume, Technizität und Materielle Kultur und Medialität an.

Die Frage nach Wissen und Räumen

Kulturelles und Soziales besteht aus symbolischen, materiellen und praxisorientierten Wissenssystemen. Eine Wissensanalyse ist demnach hilfreich, um die Grammatiken und Eigenlogiken von akteursspezifischen Sinnstiftungen und ihrer Interaktionen mit ihren Umwelten verstehen zu können. Wissen ist sozial vermittelter Sinn und demnach fruchtbare anthropologische Ressource, die Akteur*innen als schöpferische Lebewesen dazu befähigen, ihre Umwelten aktiv zu gestalten. Spannend sind die Formen der Wissensproduktion und Weltaneignung, die Wissensdimensionen, die Machtverhältnisse und Hierarchisierungen, die soziale und kulturelle Situiertheit von Wissen sowie ihr Verbreitungs- und Transformationspotenzial.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass kein allgemein verbindliches Verständnis von Wissen existiert, sondern Deutungen gesellschaftlich ausgehandelt werden. Auch das Raumverständnis der Disziplin geht über die physische Deutung hinaus und beschreibt die soziale und kulturelle Konstruiertheit solcher Setzungen.

Quelle: Universität Hamburg

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